April
75 Jahre Schildmeyer

1947 beschloss Wilhelm Schildmeyer trotz seines fortgeschrittenen Alters von immerhin 56 Jahren und trotz einer Kriegsverletzung am Arm, sich selbstständig zu machen. Er gründete die Firma Schildmeyer, einen Handwerksbetrieb, der Kleinmöbel und Nähkästchen produzierte, jedes Stück ein Unikat. Produziert wurde auf der Diele des Wohnhauses und in einem kleinen Anbau.
1954 stieg der passende Schwiegersohn in die Firma mit ein. Für Alfred, gelernter Tischler mit Meisterbrief, stand schnell fest, dass er sich gut vorstellen könnte, aus dem bergischen Land nach Bad Oeynhausen zu ziehen und in das Unternehmen seines Schwiegervaters in spe einzusteigen.
1956 Schon bald platzten die provisorischen Produktionsflächen aus allen Nähten. Ein richtiger Betrieb musste her. So wurde 1956 neben dem Wohnhaus der erste richtige Betrieb in einer Größe von 250 qm gebaut.
1959 reichten die Kapazitäten schon nicht mehr aus und das Fabrikgebäude wurde erweitert auf die doppelte Fläche, jetzt 500 qm. Hinzu kam noch ein Holzschuppen mit einer Größe von 100 qm.
1960 übernahmen Erika und Alfred Piepenbring offiziell die Firma.
1961 zog sich Firmengründer Wilhelm Schildmeyer aus dem aktiven Geschäft zurück und überließ seinem Schwiegersohn die Geschäftsführung mit gutem Gewissen. Nur zwei Jahre später, 1963, verstarb Wilhelm Schildmeyer. In den 60-er Jahren beschloss Alfred Piepenbring eine strategische Neu-Ausrichtung. Die Produktion wurde auf Klein- und Wohnmöbel umgestellt. Das Versandhaus-Geschäft kam voran.
1972 Alfred Piepenbring wagte den für ihn sehr großen Schritt und baute einen ganz neuen Betrieb am Loher Busch in einer Größe von 1.400 qm. Die Anfänge der Badgestaltung hatten begonnen. Die Geschäfte liefen gut; Was zunächst groß erschien, wurde schnell wieder zu klein. Ein Erweiterungsbau wurde geplant.
1978 entstand der Betrieb in seiner heutigen Größe. Die Expansion war gelungen, der Fabrikneubau sicherte das Unternehmen Schildmeyer auf längere Sicht. Schildmeyer verfügte jetzt über eine Gesamt-Produktionsfläche von 4.500 qm incl. Büros und Untergeschoss.
1984 kam wiederum ein Schwiegersohn, Klaus Kemper, ins Unternehmen.
1990 fand ein großer wirtschaftliche Aufschwung durch die Öffnung der innerdeutschen Grenze statt. Die DDR-ler hatten enormen Nachholbedarf, auch an Möbeln. Schildmeyer kam mit der Produktion nicht mehr hinterher. Wieder musste ein neuer Betrieb her. So entstand ein neuer zweiter Betrieb in Porta Westfalica Holtrup.
1991 wurde das Werk II mit einer Fläche von 3.000 qm gebaut. Der Badmöbelbereich wurde immer stärker.
1993 Klaus Kemper und Alfred Piepenbring führten bis 1993 die Geschäfte einvernehmlich zusammen. 1993, mit 65 Jahren, übergab Alfred Piepenbring die Geschäfte offiziell an seinen Schwiegersohn Klaus Kemper und Erika Piepenbring die Firma an ihre Tochter Christiane Kemper.
1994 Der Wirtschafts-Boom hielt weiter an und auch die Fläche in Porta Westfalica wurde schnell wieder zu klein, sodass schon 1994 der Betrieb erweitert wurde. Es entstand eine Gesamt-Produktionsfläche incl. Büro von 7.900 qm.
1997 Schildmeyer feiert sein 50-jähriges Firmenjubiläum im neuen Werk II in Porta Westfalica-Holtrup. Ende der 90-er Jahre verabschiedete sich Schildmeyer komplett aus dem Wohnmöbelbereich und sah seine Kernkompetenzen im Bereich Badezimmermöbel. Hier war im Laufe der Jahre die Produktpalette ständig erweitert worden.
2001 Auch im neuen Jahrtausend blieb es bei dem Produkt Badmöbel. Allerdings gab es inzwischen sehr viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Nach wie vor war ein Haupt-Produkt von Schildmeyer der Spiegelschrank. Die Seniorchefin Erika Piepenbring verstirbt nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren.
2007 bot sich die Möglichkeit, die Badmöbelproduktion eines anderen Badmöbelherstellers zu übernehmen und damit viele neue Kunden aus den Bereichen Möbel-Einzelhandel und Baumärkte zu bekommen. Ganz schnell musste nun ein zusätzlicher Betrieb her. So kam Werk III am Sachsenweg in Bad Oeynhausen hinzu, das zu dem Zeitpunkt zum Verkauf stand.
Trotz der großen Herausforderung gab es noch Zeit, das 60-jährige Firmenjubiläum zu feiern und damit das Werk III einzuweihen
2010 stieg Tochter Elisa Kemper ins Unternehmen mit ein. Sie arbeitete viel mit ihrem Vater zusammen, fasste somit Fuß im Bereich Vertrieb und konnte ihre Marketingkenntnisse voll ausleben.
2012 folgte der Einstieg in den online-Handel, den Elisa Kemper und Mascha Doebler mit großem Erfolg vorantrieben.
2014 kam der Schwiegersohn in spe, Marius Weber, zu Schildmeyer und Elisa Kemper wurde zur Geschäftsführerin berufen. Beide zusammen setzten die Familientradition fort, indem sie sich darauf vorbereiteten, das Familienunternehmen Schildmeyer in vierter Generation zu übernehmen. Und für die fünfte Generation war mit Töchterchen Emilia auch schon gesorgt. In 2015 verstirbt Alfred Piepenbring im Alter von 87 Jahren.
2017 10 Jahre nach dem Kauf von Werk III waren Werk I, II und III voll ausgelastet und kamen an ihre Belastungsgrenze. Die Geschäftsleitung hielt nach Expansionsmöglichkeiten Ausschau.
Schildmeyer feierte sein 70-jähriges Firmenjubiläum mit einem großen Sommerfest auf dem Gelände von Werk III. Pünktlich zum Jubiläum wurde der neue Büroeingang fertig, der das Büro, in dem seit 2013 auch die Geschäftsleitung ihr zu Hause hatte, repräsentativer und einladender werden ließ.

2019 bot sich die Gelegenheit, das Produktportfolio zu erweitern. Ein befreundetes Unternehmen, das Büromöbel herstellte, suchte einen Nachfolger. Klaus Kemper und Team überlegten, wie sinnvoll es wäre, mit dem Thema Büromöbel ein zweites Standbein aufzubauen. Die Idee von „Möbelpartner“ war geboren. Das Unternehmen „Möbelpartner“ wurde als reines Handelsunternehmen gegründet. Schildmeyer produziert, zunächst Büromöbel, Möbelpartner vertreibt diese Möbel.

Schildmeyer und Möbelpartner

2020 wurde Marius Kemper zum Geschäftsführer berufen, Klaus und Christiane Kemper zogen sich aus ihrer Geschäftsführertätigkeit zurück. Christiane Kemper blieb weiterhin als Prokuristin im Unternehmen, Klaus Kemper als Projektentwickler. Die Corona-Pandemie überfiel die Welt. Schlecht für die einen, gut für die anderen. Der online-Handel boomte. Auch Schildmeyer konnte daran teilhaben und somit die Umsatzeinbrüche in anderen Geschäftsbereichen kompensieren.

Familie Kemper

2021 Die Corona-Pandemie hielt an und uns weiter in Atem. Hinzu kam noch eine zunehmende Materialknappheit über alle Vorlieferprodukte. Der schon seit 2017 bestehende Platzmangel wurde immer gravierender. Da bot sich die Chance, den Nachbarbetrieb am Loher Busch zu kaufen. Damit verfügte Schildmeyer über 3.700 qm zusätzliche Produktions-, bzw. Lagerfläche.
Ein vorhandener Container-Anbau wurde umgebaut zur hauseigenen Ausstellung. Pünktlich zur MOW 2021 wurde die Designfabrik fertiggestellt.
2022 Schildmeyer wird klimafreundliches Unternehmen und hat sich zum Ziel gesetzt, jedes Jahr ein Stück besser zu werden, d.h. weniger CO2 auszustoßen.
Vertriebsmäßig setzt sich der Online-Handel immer mehr durch. Auf Grund der Pandemie der letzten zwei Jahre ist dieser Trend noch verstärkt worden. Industrie 4.0 ist weiterhin auf dem Vormarsch. Nach den Projekten der letzten Jahre sind weitere in Planung. Die politische Situation durch den Krieg in der Ukraine spitzt sich immer weiter zu. Noch halten sich die Auswirkungen in Grenzen, aber niemand weiß, was kommen wird. Elisa und Marius Kemper sind dennoch vorsichtig optimistisch.

Trotz allem oder gerade deshalb soll am 07. Mai 2022 ein Familien-Sommerfest starten, um endlich die Design-Fabrik und das Werk IV einzuweihen und Schildmeyers 75-jähriges Firmenjubiläum zu feiern.

Design-Fabrik